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Ray Gunn 3: Feld der verbotenen Träume

Wer bin ich?
Nur ein nutzloses Gimmick,
verloren im Echo der Zeit?
Oder das Staubkorn,
das die Welt
aus den Angeln hebt?

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Verfasst am 14.04.2011 00:03:20 Uhr
My Love For Evermore

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Verfasst am 03.04.2011 16:00:10 Uhr
Winners & Losers
Its heaven and hell here, which one will I live today?


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Verfasst am 15.01.2011 14:28:45 Uhr
Home Is Where The Heart Is
„He, warum hältst du an?“ blaffte Devil, als der King den Cruiser an den Straßenrand lenkte und den Motor abstellte.

„Weil du von hier aus zu Fuß laufen wirst“ antwortete Elvis und grinste Devil an.

„Das ist nicht dein Ernst“

„Doch“ sagte der King bestimmend und schaltete das Radio wieder an.
Der 57’iger Hit „One Night“ von Elvis plärrte aus den Lautsprechern und Devil verzog angewidert das Gesicht.

„Ok, bin schon weg“ knurrte Devil, „das war jetzt ein gekonnter Rauswurf“

Er öffnete die Tür des Cruisers und stieg schwerfällig aus.
Mein Gott, was war bloß los mit ihm?
Seine Musklen brannten wie Feuer und die kalte Morgenluft stach ihm unangenehm in der Lunge.
Seitdem er das Zeitliche gesegnet hatte, waren ihm menschliche Empfindungen wie Hitze, Kälte sowie körperlicher Schmerz komplett abhanden gekommen – Nun aber überrollten ihn die verlorengegangenen Empindungen wie ein tonnenschwerer Güterzug.

„Verdammt“ krächzte er und versuchte seine eiskalten Hände in die engen Taschen seiner Hose zu stecken, was aber misslang.
Also schob er seine Hände in die Seitentaschen seiner Lederjacke, wo er auf die ausgeschlagenen Zähne von Big Bad Boppa stieß.
Unwillkührlich musste er grinsen und er überlegte ob er aus ihnen eine Kette machen solle.
Als er zum Cruiser blickte, hatte der King die Seitenscheibe heruntergekurbelt und grinste Devil hämisch an.

„Wünsche einen angenehmen Nachhauseweg“ rief er
„Und verlauf dich nicht“

„Das sind mindestens Fünf Kilometer“ knurrte Devil missgelaunt.

„Fünf Komma Zwei, um genau zu sein“ antwortete Elvis und ließ seine schneeweisen Zähne blitzen.

„Na toll“ fluchte Devil und hüpfte von einem Bein aufs andere.
Er hätte den King gleich am Schlachthof erwürgen und ihm aus der Karre werfen sollen.
Dann hätte er wenigstens einen fahrbaren Untersatz und müsste nicht zu Fuß durch diese klirrende Kälte eiern.

Aber wie tötete man einen Toten?

Devil entschied sich, nicht weiter darüber nachzudenken.
Sein Kopf dröhnte und seine Beine zitterten.
Er musste los, bevor er mit seinen Doc Martens hier festfror.
Zudem wurden die Schmerzen in seinen Muskeln immer schlimmer.

„Ich mach mich mal los, bevor ich mir hier noch ne Lungenentzündung hole.“ ulkte Devil und stapfte durch den bereits ziemlich hohen Schnee.

„Ja, besser ist das“ flüsterte der King lächelnd und kurbelte schnell das Seitenfenster hoch.
Er musste los!
Der Cruiser musste in einer halben Stunde am vereinbarten Treffpunkt an einen anderen Fahrer übergeben werden.

Als Devil langsam vom Schnee verschluckt wurde, drehte der King das Radio lauter.

Er fuhr mit Vollgas schlitternd Richtung Süden, während er mit Tränen in den Augen
seinen Song:„Home Is Where The Heart Is“ mitsang.


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Verfasst am 10.01.2011 11:17:43 Uhr
Jahrhunderte
Ray’s Herz setzte für ein paar Sekunden aus, als er Maria erkannte, die vor ihm auf dem Bett saß und kleine Rauchkringel an die Decke blies.
Fast gaben seine Beine nach und zitternd setzte er sich zu ihr auf die Bettkante.

Mein Gott, es war fast eine Ewigkeit her.

Gerade als Ray seine Hand ausstreckte um Marias Wange zu berühren, entstanden dort eitrige Geschwüre aus denen Maden und anders Gewürm das Weite suchten, bevor sich ihr Gesicht vom Schädelknochen löste und auf ihren schwarzen Mantel tropfte.

„Ich habe so lange auf dich gewartet“ krächzte die brodelnde Masse vewesenden Fleisches während sie Rays Kopf packte und ihn an sich heran zog.
„Jahrhunderte“ raunte sie und ihr stinkender Atem raubte ihm fast die Sinne.
Ihre Hand die bereits zu einer skelettierten Klaue mutiert war, hielt ihn mit eisernem Griff umklammert, während sie ihn mit trüben, kurz vor dem Platzen aufgequollenen Augäpfeln ansah.
„Sei in 30 Minuten vor der Tür“ flüsterte sie und streckte ihm ihren lippenlosen Mund zu einem Kuss entgegen.

Ray schrie als ihre faulen Zähne seine Lippen berührten und ihr modriger Gestank ihm wie tödliches Gas in die Nase schoß.

Er schrie immer noch als er vom Barhocker sprang während er mit festen Griff den Telefonhörer umklammerte.

Er hatte seinen Anruf bekommen!

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Verfasst am 31.12.2010 12:43:08 Uhr
Das Zimmer
Ray blickte auf das bekannte Poster der Beatles, die sich extra für Promotionzwecke mit Fleisch und Plastikpuppen ablichten lassen hatten.
Genau das selbe hatte er sich als dreizehnjähriger zu Hause an die Wand gepint.

Als er sich umblickte, stellte er fest, das er sich tatsächlich in seinen Kinderzimmers befand.
Die Wände waren vollgekleistert mit den vier Liverpoolern, dass man kaum die darunterliegende Tapete erkennen konnte.

Und noch etwas fiel ihm auf.
Statt der schweren Lederjacke steckte er in einen gelben Frotteeschlafanzug der ihm sichtlich zu klein war.
Die Ärmelbündchen gingen ihm gerade bis zu den Ellenbogen und das ganze Teil war so eng wie ein zu klein geratener Taucheranzug.

Hey, das war doch sein Schlafanzug, den er als Kind heiß und innig geliebt hatte.
Er war zwar arg ausgebleicht, aber immer noch weich und kuschelig.

Verdutzt saß Ray im Bett, die Steppdecke mit dem kreischendbunten 70iger-Jahre-Muster bis zum Hals gezogen und sah sich in seinem Zimmer um.

Verdammt noch mal – wie war er nur hierher gekommen?
War er wirklich hier, oder war er in der Bar eingeschlafen und befand sich nun in einem Traum?

Eins stand fest: Er war kein dreizehnjähriger Jüngling mehr, was ihm deutlich an der Größe des Schlafanzugs auffiel, der sich bedrohlich eng um seinem Körper spannte und ihm die Luft zum atmen nahm.

Langsam stand er auf und ging zum Schreibstisch in der anderen Ecke des Zimmers.
Er strich lächelnd über die grüne Linoleummatte, welche sein Vater damals akurat zurechtgeschnitten hatte und die zum Schutz der Tischplatte diente. Auf ihr befanden sich unzählige krakelige Filzstiftskizzen der Beatles.
Ray erinnerte sich noch sehr gut daran, dass er während der Hausaufgaben gern auf der Linoleummatte herumkritzelte.
Sehr zum Leidwesen seines Vaters, der dies als wüste Schmiererei verhöhnte und seine Kunstwerke des öfteren mit einem terpentingetränkten Lappen zu Leibe rückte.

Kunstbanause!

Plötzlich vernahm er hinter sich ein Rascheln und er fuhr erschrocken herum.
Am Fußende des Bettes saß eine blonde Frau in einen schwarzen Ledermantel.Sie hatte lässig die Beine übereinandergeschlagen und rauchte eine Zigarette.
Engeistert sah er in braune Augen die langsam in ein helles Grün übergingen.
Ein Déjà-vu-Gefühl zuckte durch seinen Körper.

„Hallo Ray“, sagte die Frau mit tiefer Stimme
(die ihn irgendwie an die Stimme von Nina Hagen erinnerte)
„lange nicht gesehen“.



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Bald beginnt die letzte Nacht des Jahres.
Wünsche allen viel Glück und einen guten Rutsch.

Und solltet ihr heute Nacht rein zufällig
in eine abgelegene Bar kommen,
wo das Licht ein bißchen düsterer,
die Musik ein wenig älter und
der Barkeeper auf den Namen Joe hören,
dann schaut euch aufmerksam um.

Ich werde dort hinten, in der dunklen Ecke am Tresen sitzen,
in meiner alten, schwarzen Lederjacke und auf meinen Anruf warten.

Und irgendwann - das weiß ich - wird das verdammte Telefon klingeln.

Und dann....



....dann wird alles gut werden!


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